Wo darf ich grillen?

Grillen gehört in der warmen Jahreszeit zu den beliebtesten Hobbys der Deutschen. Ein Grill findet mitsamt Grillzubehör schnell Platz im Auto, jetzt muss nur noch ein geeigneter Grillplatz gefunden werden.

Doch genau hier entstehen immer wieder Probleme. Denn es ist gesetzlich nicht genau geregelt, wo gegrillt werden darf und wo nicht. Nur in den seltensten Fällen weisen Schilder darauf hin, in der Regel ist der Verbraucher jedoch auf sich allein gestellt. Und auch hier schützt Unwissenheit nicht vor Strafe. Grundsätzlich erlaubt ist der Grillgenuss auf dafür vorgesehenen Grillplätzen. Diese können oft an Wanderwegen oder in öffentlichen Parks gefunden werden. Auf manchen Grillplätzen stehen sogar schon Grills für die öffentliche Nutzung bereit, sodass das Mitbringen eines eigenen Grills entfällt. Lediglich an das Grillzubehör sollte gedacht werden. Dem Grillgenuss steht dann nichts mehr im Wege. Es sollte aber in jedem Fall darauf geachtet werden, den Grillplatz sauber wieder zu verlassen.

Schwieriger wird es, wenn auf anderen Plätzen gegrillt werden soll. Grillplätze können prinzipiell überall schnell hergerichtet werden, das ist aber nicht immer auch erlaubt. Auf Privatgrundstücken obliegt es natürlich dem Besitzer, ob Grillen geduldet wird oder nicht. Auf allen anderen Flächen müssen die jeweiligen örtlichen Regelungen beachtet werden. In vielen Städten darf selbst in öffentlichen Parks nicht einfach überall gegrillt werden. Dies ist aber ortsabhängig, da viele Gemeinden auch nichts dagegen haben. Grundsätzlich sollte auf öffentlichen Plätzen darauf geachtet werden, dass andere Personen nicht gestört werden.

Abseits der Öffentlichkeit müssen Grillfans sich ebenfalls an bestimmte Regelungen halten. Im Wald ist Grillen prinzipiell nicht empfehlenswert. Dort herrscht nicht nur eine erhöhte Brandgefahr, Tiere und Pflanzen können durch den Rauch auch beschädigt werden. Darüber hinaus verursacht auch Müll, der einfach zurückgelassen wird, oft hohe Kosten. Auch an allen anderen Plätzen, auf denen eine erhöhte Brandgefahr besteht, darf nicht gegrillt werden. Ist jedoch keine direkte Gefahr zu erkennen, spricht generell nichts dagegen, dass auch abseits von öffentlichen Einrichtungen gegrillt wird. Bei Unsicherheiten sollte aber in jedem Fall vorher bei der Stadtverwaltung nachgehakt werden.

Werden örtliche Bestimmungen missachtet, können auf einen Hobbygriller teils hohe Geldstrafen zukommen. Besonders bei der Nichtbeachtung von hoher Brandgefahr greifen die Behörden oft hart durch. Ist ein ausgebrochenes Feuer sogar auf eine Grillparty zurückzuführen, müssen die Verursacher im schlimmsten Fall sogar mit Freiheitsstrafen rechnen. Sollte einmal ein Feuer ausbrechen, so sind Bürger übrigens verpflichtet, dieses sofort zu löschen, sofern keine erhebliche Gefahr für ihr eigenes Leben besteht. Kommt jemand auch dieser Pflicht nicht nach, fällt die Strafe entsprechend höher aus. Ein Feuerlöscher oder etwas Ähnliches ist deshalb nicht unbedingt verkehrt. Wiederholungstäter sollten sich ebenfalls auf höhere Strafen einstellen. Wer sich nicht sicher ist, ob auf einem bestimmten Gelände gegrillt werden darf, sollte es deshalb lieber unterlassen.

Ausschlaggebend kann im Zweifel jedoch auch die Art des Grillgeräts sein. Denn durch einen Holzkohlegrill mit starken Emissionen sind Mitmenschen natürlich stärker gestört als durch einen Gasgrill. Elektrogrills hingegen versprechen ein stark gesenktes Brandrisiko. Verbraucher sollten daher schon beim Kauf in Betracht ziehen, wo sie ihrem Hobby bevorzugt nachgehen möchten.

Falls einmal die Polizei anrückt, ist es sinnlos, lange Diskussionen anzufangen. Rein rechtlich besteht kein Recht darauf, immer und überall Grillpartys veranstalten zu dürfen. Wer sich kooperativ zeigt und bereitwillig seine Sachen zusammenpackt, kommt in der Regel mit einem blauen Auge davon. Streitigkeiten mit den Behörden können jedoch zu hohen Bußgeldern oder im Extremfall sogar zu einem Verfahren führen.

Bei vorheriger Planung steht dem Grillgenuss also prinzipiell nichts im Wege. Es ist nur wichtig, sich vorher Gedanken darüber zu machen. Spontane Grillpartys sollten also ausschließlich auf einem dafür vorgesehenen Grillplatz durchgeführt werden. So können Streitigkeiten mit anderen Menschen oder der Obrigkeit vermieden werden.

Grillpartys als Mieter

Grillen auf dem Balkon erfreut sich schon immer großer Beliebtheit. Doch es führte auch immer wieder zu Streitigkeiten unter Nachbarn, die nicht selten vor Gericht ausgefochten wurden. Bis heute existiert kein bundesweites Gesetz, das für eine einheitliche Regelung sorgen könnte. In einigen Gemeinden wurden jedoch schon verbindliche Regelungen festgesetzt.

In der Regel wird Grillen auf dem Balkon einmal im Monat gestattet, jedoch müssen die Nachbarn wenigstens 48 Stunden vorher darüber informiert werden. Von dieser Regelung abgesehen kann jedoch der Vermieter auch ein komplettes Verbot erteilen. Das Mietrecht hilft einem Mieter hierbei nicht weiter. Es ist gutes Recht des Vermieters, darüber zu entscheiden, ob in einer Mietwohnung gegrillt werden darf. Besitzern von Eigentumswohnungen hingegen kann der Grillgenuss nur sehr viel schwerer untersagt werden. Wer hingegen ein eigenes Grundstück besitzt, hat meist überhaupt nichts zu befürchten, da kein Mietrecht oder ähnliche Bestimmungen beachtet werden müssen.

Im Zweifel ist es immer ratsam, eventuelle Grillpartys vorher mit den Nachbarn abzusprechen. So können nervenaufreibende Kleinkriege schon im Voraus vermieden werden. Je nach Sympathie können die Nachbarn natürlich auch direkt eingeladen werden, eventuell entstehen dadurch neue Freundschaften. Lässt jedoch ein bestimmter Nachbar partout nicht mit sich reden, sollte der Vermieter hinzugezogen werden, der letztlich ein Machtwort sprechen kann. Es ist jedoch niemandem damit geholfen, auf sein Recht zu beharren. Für ein angenehmes Zusammenleben müssen stets Kompromisse gefunden werden. Dies gilt auch für das Grillen auf dem Balkon. Sofern möglich ist es aber natürlich auch ratsam, schon bei der Wohnungssuche auf etwaige Regelungen zu achten.